Gleiwitzer Kreis

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Aktuelles


   Termine, Veranstaltungen   (Einzelheiten auf einer weiteren Seite)

  -  Wir gratulieren einer Gleiwitzerin
  -  Etwas Klatsch
  -  Oberschlesisches Landesmuseum
  -  Die Faunen
  -  Noch eine Partnerschaft
  -  Wallfahrt 2009
  -  GLEIWITZ-REISE 2008
  -  Tag der Oberschlesier 2008
  -  Böhmswalde - Schechowitz - Czechowice
  -  Suchaktion: Gobelin
  -  Eine fast sensationelle Entdeckung
  -  Gedenken an die Gleiwitzer Opfer
  -  22. Gleiwitzer Heimattreffen in Bottrop - 2007   -  Eine kurze Berichterstattung und Reflexionen zum Begriff Heimat.
  -  Ein Ausflug nach Gleiwitz  (Unser Denkmal, Erinnerungen und die Stadt 2007)
  -  11. Studienreise des Gleiwitzer Kreises
  -  Bebilderter Bericht über den Tag der Oberschlesier 2006
  -  Eine Gleiwitzer Geschichte die an traurige Tage erinnert

Eine wichtige Bemerkung:
Hinter den im Text grün dargestellten Wörtern verbergen sich Texte oder Bilder. Bitte bei Interesse einfach anklicken!


Wir gratulieren

Einmal wollen wir auch an eine Person denken, welche zwar außerhalb des Gleiwitzer Kreises, aber doch fest mit Gleiwitz verbunden ist. Heute, nach vielen Jahren, erinnern wir uns wieder mal an Frau Gerda Rothkegel, eines der ersten und ältesten Mitglieder des Deutschen Freundeskreises (DFK) in Gleiwitz.
Gerda Rothkegel, öfter auch die "Frau mit dem Krug" genannt - sie stand der Bildhauerin Modell - ist noch heute auf der Pfarrstraße zu sehen, als Erinnerung an die tapferen Frauen von Gleiwitz, welche die dänischen Angreifer 1626 mit heißem Brei beschütteten.

So möchten wir heute, dem 17. Oktober,
Frau Gerda Rothkegel
ganz herzlich zu Ihrem 90. Geburtstag gratulieren. Wir wünschen Ihr noch viele, möglichst gute Jahre und dabei Erinnerungen an schöne Zeiten, an Treffen mit Gleiwitzern, welche heute in Deutschland leben und nicht zuletzt einen schönen Tag!

Die Mitglieder des Gleiwitzer Kreises.





Einmal war es der Gleiwitzer-Kreis.de

Als in unserer Gemeinschaft fast noch alles funktionierte, besser, als wir noch jünger waren und verschiedene Sachen organisierten oder realisierten, gab es bei uns einen flotten Menschen, welcher die Anregung einer eigenen Internetzpräsenz, mit unserem Namen, ziemlich zielstrebig, ohne um eine Erlaubnis zu fragen, an sich nahm. Es wurde eine Seite, welche autokratisch geführt, sich ziemlich schnell verschlechterte. Bis zur Loslösung vom Gleiwitzer Kreis, wobei uns der Name der Präsenz: "Gleiwitzer-Kreis.de", entgegen vorherigen Versprechungen, vorenthalten wurde. Und um nicht leer dazustehen, gründeten wir dieses Portal, unsere neue Internetzpräsenz, mit dem neuen Namen: "www.gk-1997.de". Nun wollen wir hier unseren Lesern nicht nur treu bleiben - Sie sind doch schon hier - aber Sie um Treue zu uns bitten.

Aber wo bleibt der Klatsch? Den reiche ich jetzt nach. Heute, wenn man den Gleiwitzer Kreis im Netz sucht, kann man folgendes finden:
GLEIWITZER-KREIS.DE
This domain is FOR SALE - Diese Domain steht ZUM VERKAUF

Das Wuchern mit unserem guten Namen ...?

Die tanzenden Faunen

Der Brunnen mit den tanzenden Faunen, fast ein Wahrzeichen von Gleiwitz, steht wieder auf seinem Platz vor dem ehemaligen "Haus Oberschlesien".
Dies nach einer paarmonatigen Zwangspause, in welcher die Figuren in der Gleiwitzer Hütte renoviert wurden, nachdem sie, bei einem Diebstahlversuch beschädigt wurden. Seit 1928 beleben sie - oftmals nur die drei Teufel genannt - nun schon das Gleiwitzer Stadtbild. Sie haben den Krieg und das Jahr 1945 glücklich überstanden und erst jetzt hatten sie ihr erstes Abenteuer.

Foto: Alfred Wystuba







Die tanzenden Faunen

Der Brunnen mit den tanzenden Faunen, fast ein Wahrzeichen von Gleiwitz, steht wieder auf seinem Platz vor dem ehemaligen "Haus Oberschlesien".
Dies nach einer paarmonatigen Zwangspause, in welcher die Figuren in der Gleiwitzer Hütte renoviert wurden, nachdem sie, bei einem Diebstahlversuch beschädigt wurden. Seit 1928 beleben sie - oftmals nur die drei Teufel genannt - nun schon das Gleiwitzer Stadtbild. Sie haben den Krieg und das Jahr 1945 glücklich überstanden und erst jetzt hatten sie ihr erstes Abenteuer.

Foto: Alfred Wystuba






Das Oberschlesiche Landesmuseum

Einige haben es gehört, einige wissen es und einige waren bestimmt schon dort:
Im Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen.

Dort gibt es immer etwas Interessantes über unsere Heimat zu sehen und zu hören.
Deswegen hier die Adresse und die Öffnungszeiten - den Veranstaltungskalender kann man unter:    Termine, Veranstaltungen einsehen.

Oberschlesisches Landesmuseum    40883 Ratingen / Hösel    Bahnhofstr. 62
Telefon:   02102 9650   -   Netzpost:   info@oslm.de  -   Im Netz unter:   www.oslm.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11:00 bis 17:00 Uhr





Gleiwitzer (Gliwicer?) Partnerschaften

Über Bottrop wissen wir einiges. Doch jetzt hat auch der Landkreis Gliwice eine neue Partnerschaft anvisiert. Es ist der Landkreis Calw im Nordschwarzwald. Entsprechende Gespräche fanden statt und Beschlüsse wurden gefaßt.
Jetzt erfahren wir, daß: "Herr Landrat Köblitz wird vom 03. - 05. Dezember 2009 zur Unterzeichnung des Partnerschaftsabkommens in Gliwice sein."
Also hat auch der Gleiwitzer Kreis einen neuen Bekannten: Calw.

Glück auf!





Die Wallfahrt zum St. Annaberg bei Burrweiler

Zur hl. Mutter Anna am 26. Juli 2009 - einige Impressionen von Gerhard Schyma

Im Naturpark "Pfälzer Wald" finden wir unweit Burrweiler den St. Annaberg, mit der St. Annakapelle auf einer Höhe von 423 Meter über dem Meeresspiegel. Er ist jährlich das Ziel vieler Wallfahrten ist. So auch in diesem Jahr die "Wallfahrt der Oberschlesier" eben am 26. Juli.
Mit dabei waren Bischof Johannes Wieczorek aus Gleiwitz und Professor Dr. Joachim Piegsa aus Augsburg.

Von dieser Wallfahrt bringen wir nun einige Bilder, getreu dem Sprichwort: "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte"

-   So zum Anfang aber noch ein Portrait eines Wallfahrers, unseres Heimatfreundes und Ehrenmitgliedes des Gleiwitzer Kreises, zugleich auch "Hofphotographens" Gerhard Schyma - in seinem Arbeitszimmer. Alle hier vorgestellten Bilder entstammen seinem Apparat.
-   Das wäre schon der Ort der Begegnungen, die St. Anna Kapelle auf der Höhe.
-   Ein Blick ins Innere der Kapelle: der Seitenaltar.
-   Die hl. Messe, zelebriert von Professor Dr. Joachim Piegsa, Augsburg und dem Bischof Johannes Wieczorek aus Gleiwitz.
-   Während der Predigt.
-   Diese Predigt hielt Bischof Johannes Wieczorek.
-   Während der Verteilung der hl. Kommunion.
-   Während der Verteilung der hl. Kommunion durch den Bischof.
-   Eine Ruhepause und ein Gespräch mit den oberschlesischen Wallfahrern.
-   Hier mal (fast) alle zusammen: Ein Gruppenphoto.
-   Auch viele persönliche Treffen waren zu verzeichnen, so zum Beispiel drei Grölinger.
-   Zum Ausklang des kurzen Berichtes noch ein in die Zukunft weisendes Bild, Gerhard Schyma mit der Jugend.




GLEIWITZ-REISE 2008

Mit dem GLEIWITZER KREIS (GK) vom 9. bis 17. Juni 2008
nach Ober- und Niederschlesien


09.06.08-Montag: Um 7,00 Uhr bestiegen in Köln bereits 17 von 29 Reiseteilnehmern den Bus, der bei weiteren Zusteigmöglichkeiten die letzten in Braunschweig aufnahm. Unsere traditionelle jährliche "GLEIWITZ REISE" bedeutet gleichsam Titel-Zielsetzung - Heimat- Emotionen - Vielfalt - kulturelles Entdecken - gemeinsames Erleben..., diesmal sogar spannendes Abenteuer. Wählt man statt der Autobahn ab Görlitz eine Route durch die reizvolle Landschaft nach Langenbielau/Bielawa als erstes Nachtquartier, dann reichen optimale Ausarbeitung und technisches Material nicht aus, wenn nach einer unklaren Umleitung die Numerierung der Straßen und Hinweisschilder fehlen. Es stellte sich die Frage: Wo sind wir eigentlich in diesem naturbelassenen Niemandsland? Haben wir vielleicht etwas im kniehohen Gras übersehen?
Nach reichlichst verlorener Zeit werden wir überraschend von jeglichem Druck befreit: in tiefster Dunkelheit wird am Straßenrand eine unscheinbare Tankstelle sichtbar und ... davor unser Betreuer! Dank seines ständigen Kontakts zur Küche des Hotels "Pod Wielka Sowa" gibt es freundlich serviert ein frisch zubereitetes "Nachtmahl" und danach wahrlich eine ruhige Nacht.
10.06.08-Dienstag: "Der Morgen, das ist meine Freude..." hätte Eichendorff angestimmt; denn gemeinsam Traf man sich am reichlich gedeckten Frühstückstisch - ausgeschlafen und "unbeschwert", da das Gepäck übernacht gut bewacht im Bus bleiben konnte. Beim Start zur Fahrt in Richtung Gleiwitz/Gliwice waren wir stark beeindruckt von der Geschichte der Stadt Langenbielau, vom bekannten "Weberaufstand" 1844 und der führenden Position in Schlesien bei der Herstellung von Baumwollwaren in den Dierig-Werken, die zuletzt mehr als 8000 Arbeiter beschäftigt hatten. Unterwegs sahen wir noch weitere Orte, denen die Textilindustrie ähnlichen Aufschwung gebracht hatte, wie z.B. Reichenbach/Dzierzoniów, Peterswaldau/Pieszyce oder Gnadenfrei/ Pilawa Górna.
Bald gelangten wir auf der Paßstrasse aus dem Mischwald heraus in den für die höheren Lagen des Eulengebirges/Góry Sowie typischen Fichtenbestand. Wir überholten eine kleine Wandergruppe, die gerade zum Aufstieg zur "Hohen Eule/Wielka Sowa", 1014 m, abbog und genossen danach so richtig - heute bei Tageslicht! - diese paradiesische Einsamkeit bis ins Tal der Glatzer Neiße/Nysa Klodzka. Da lag sie vor uns, die Stadt Wartha/Bardo, eingebettet zwischen Fluß und Hügel, überragt von der Wallfahrtskirche - seit vielen Jahrhunderten ein Ort der Zuflucht für die gläubigen Menschen des schlesischen Landes. Ziel der Wallfahrer ist eine schon im Mittelalter verehrte 42 cm hohe Skulptur aus Lindenholz, ein böhmisches Kunstwerk, welches Maria mit dem Christuskind zeigt. Dieses kleine kostbare Gnadenbild verschwindet fast auf dem barocken Hochaltar neben dem wertvollen Gemälde "Mariä Heimsuchung" von Michael Willmann. Fachkundig weist uns der Betreuer auf die Barockkanzel und das bemerkenswerte Orgelwerk hin und darauf, daß bei besonderen Wallfahrten oft der große Kirchenraum nicht ausreicht und die Gottesdienste im Freien gefeiert werden müssen, meist auf dem Rosenkranzberg. Wie unauffällig sich der Übergang von der niederschlesischen zur oberschlesischen Provinz vollzog, merkten manche erst bei der Durchfahrt von Patschkau/Paczków und Ottmachau/Otmuchów. Am Neißer Staussee/Jezioro Nyskie kam uns der Parkplatz mit den Fischbüdchen gleich bekannt vor, denn hier hatten wir schon in anderen Jahren die Mittagspause eingelegt. Zur Wahl stand wie immer frisch gefangener Fisch oder eine sogenannte "Wurstforelle" und eine Tasse Kaffee für diejenigen, die noch zum See gehen wollten. Mit kurzem Hinweis aufs Eichendorff-Grab ging es am Neißer Friedhof vorbei zur Autobahn und auf ihr bis an den Stadtrand von Gleiwitz. Im Nu erreichten wir "Diament Plaza" - unser Hotel seit seiner Eröffnung im Jahr 2001.
Man fragt uns oft, was wir an ihm so sehr schätzen. Zunächst die zentrale Lage auf der mittleren Wilhelmstraße/ul. Zwyciestwa, - dann als Gruppe fast allein zu sein im Haus, Speiseraum und Garten, - in diesem Jahr den zuvorkommenden Frühstückskellner und sein Büffet, - den neuen jungen Koch mit einem hervorragenden Speiseplan. Kleine Mängel , die unter "Sparmaßnahmen" laufen, setzt man halt auf die Hotelbeurteilung und vergisst sie nachher am besten.
Dank des günstigen Standorts kamen nach unserer Ankunft am Abend einige Freunde sowie Mitglieder des Gleiwitzer Kreises und des Deutschen Freundschaftskreises (DFK) zur Begrüßung und boten für die vier folgenden Tage ihre Unterstützung an. - Jurek Wyganowski, unser Ehrenmitglied in Gleiwitz, hatte schon eine Zusammenstellung der laufenden Veranstaltungen und die Öffnungszeiten der Museen mitgebracht. Der ehemalige Kreisvorsitzende des DFK Gleiwitz ermöglichte zwei Ehepaaren - die Frauen waren Schwestern - die versprochene Fahrgelegenheit zu deren Elternhaus in Ratibor/Racibórz.
Eine preisgünstige Taxifahrt nach Leobschütz/Glubczyce für den Herrn aus Wuppertal mit ortskundigem deutschsprachigen Fahrer organisierte unserer Betreuer. Nach Peiskretscham und Schönwald wurde für drei Personen eine ähnliche Fahrt vermittelt. In Begleitung der unermüdlichen Gerda R. aus Gleiwitz gelang es dem Herrn aus Saarbrücken eine relativ komplizierte Adresse und schwierige Punkte ausfindig zu machen. So erleichterten diese hilfreichen Beziehungen in Gleiwitz in einigen Fällen die Realisierung der zu Hause gefaßten Vorhaben.
11.06.08-Mittwoch: Nach den Anfahrtstagen war ein "Busfreier-Tag" für Mittwoch geplant, mit Ausnahme von 9 km bis Ackerfelde/Ziemiecice zum heimatlichen DFK-Nachmittag. Um den Morgen richtig zu nutzen, frühstückten viele relativ zeitig und zogen dann gezielt zu ihren speziellen Ecken oder wollten einfach nur allein die alten vertrauten Straßen gehen und die heile Welt der Kindheit gedanklich zurückholen. - Die Erstbesucher erkundeten selbständig unsere "Renne" (Renner?!), d.h. die ein Kilometer lange Wilhelmstraße links und rechts. Den kleinen Ausflug zu der angrenzenden ländlichen Gemeinde starteten wir um 14:00 Uhr, fuhren die Tarnowitzer Landstraße, bogen links in die Straße nach Einhof/Swietoszowice ab und kamen in Ackerfelde direkt am Gemeindehaus neben der Kirche raus. - Für den Rückweg wählten wir die Strecke über Sandwiesen/Przezchlebie und Böhmswalde/Czechowice zur Toster Straße mit Waldbad, alten Kirche in Petersdorf, Schule 6, und weiter über die Eisenbahnbrücke zum Hotel.
Allen Teilnehmern der GK-Reise war bekannt, daß es eine unserer satzungsgemäßen Aufgabenstellungen ist - die Verbundenheit zur alten Heimat aufrechtzuerhalten, gern in Form eines Besuchs bei einer deutschen Freundschaftsgruppe. Neugierig waren die Neuen schon; wird es mehr sein als Gemütlichkeit mit oberschlesischen Kuchen und heimatlichem Gesang? - Daß unserm Besuch große Bedeutung beigemessen wurde, zeigte die Anwesenheit vom Vorsitzenden und der Kulturreferentin des DFK Gleiwitz Mitte. Nach herzlicher Begrüßung durch den Ackerfelder Vorstand, meinem Dank für die Einladung und Gastfreundschaft und meiner Eintragung ins Gästebuch ergab sich eine lockere Unterhaltung zwischen 70 Ackerfeldern und der GK-Gruppe. Unterbrochen wurde sie nur durch die Darbietungen von Kindern aus zwei benachbarten Grundschulen. Ihre Lehrerinnen hatten in den drei Wochenstunden Deutsch mit ihnen nette Singspiele und deutsche Lieder mit Instrumentalbegleitung eingeübt. So ein Auftritt vor Gästen aus Deutschland bedeutet den Jugendlichen Ansporn und der Großeltern-Generation im Saal Freude darüber, daß ihre Enkel die Sprache lernen dürfen, die man ihnen einst zu sprechen untersagte. Mit einem Text über die Alltagsgedanken der hiesigen Landsleute und vielen guten Wünschen für den weiteren Verlauf unserer Reise wurden wir vom Vorsitzenden und seinen DFK-Mitgliedern herzlich verabschiedet.
12.06.08-Donnerstag: Heute drehte sich den ganzen Tag über wahrlich alles um Gleiwitz. -Bis zu meinem 18. Lebensjahr war Gleiwitz mit persönlichen Erlebnissen "meine Stadt" und blieb es auch weiterhin, sei es durch die Erinnerung an viele, viele Einzelheiten oder nachträglich erworbene Kenntnisse um sie und letztlich bei kurzen Aufenthalten ab 1978. So freute ich mich, gemeinsam mit dem Betreuer und einer überschaubaren Gruppe am Vormittag einen Streifzug durch die Innenstadt unternehmen zu können. Mein bewährter Plan begann am Ruinentheater, führte über die Promenade zum Eingang des Chopinparks und über die Klodnitzbrücke zum Reichpräsidenten Platz/Plac Pilsudskiego, dort einen Blick auf die Eingangsseite des einstigen Haus Oberschlesien und die Ballestremsche Güterverwaltung werfend. Weiter ging es zur Villa Caro, die Niederwallstraße/ul. Dolnych Walów überquerend Richtung Wilhelmplatz/Plac Inwalidów Wojennych, dort an die Synagoge erinnernd, die Kirchstraße/ul. Koscielna bis zur Allerheiligen Kirche mit dem Glück, sie von innen besichtigen zu können. Ein Stück weiter stießen wir auf die Peter-Paul-Kirche - als Kathedrale tagsüber geöffnet - sahen auf der Schröterstraße/ul. Ziemowita die Schule 4 und an der Ecke Wernickestraße/ul. Królowej Bony das ehemalige Marienlyzeum. Auf kleinen Umwegen entdecken wir noch das Schloß, in dem eine Abteilung des Gleiwitzer Museums untergebracht ist, und die Hauptpost. Auf dem Ring vor dem Gabeljürge-Brunnen lösten wir uns auf. Später las ich für alle mal im Bus ein Interview von Ritter von R. und Gabeljürge, quasi eine kurzweilige Zusammenfassung von allem was und wann er in mehr als 200 Jahren von seinem Standort beobachten konnte. An der Nachmittagsfahrt nehmen alle erfahrungsgemäß gerne teil, weil sie in die äußeren Stadtteile und zu interessanten Objekten führen. Unsere Schwerpunkte waren: auf dem Friedhof an der Coseler Straße das Denkmal des Gleiwitzer Kreises und die Schrotholzkirche, sowie das Wahrzeichen unserer Stadt, der Sender mit dem Senderaum, und zum ersten Mal die Bartholomäuskirche in Petersdorf. Da normalerweise alle drei Stellen nur zu bestimmten Zeiten geöffnet sind, und außerdem weit auseinander liegen, war eine Absprache für Sondertermine und eine Zeitkalkulation dringend erforderlich, um die Vereinbarungen auch einhalten zu können. Als erstes suchten wir das Denkmal auf, das im Dezember 2005 vom Gleiwitzer Kreis und der Stadtverwaltung gemeinsam für die im Januar 2005 umgekommenen Zivilisten errichtet worden ist. Die typische Bauweise der Schrotholzkirche direkt daneben und die Besichtigung ihres Innenraumes weckten allgemeines Interesse. Auch die Konstruktion des Sendeturms und seine Wartung bei einer Höhe von 118 m und als höchster Holzturm der Welt faszinierte wieder einmal.
Der Senderaum fand seine Beachtung dadurch, daß er 1939 bekanntlich in Zusammenhang mit dem Kriegsbeginn gebracht worden ist. Dazu gab es Richtigstellung und Erklärungen und das berühmte Telefon zu sehen...
Von hier aus ging es nun zur Bartholomäuskirche. Nicht allein Petersdorfer haben auf Gleiwitz-Reisen oftmals den Wunsch geäußert, man wolle doch einmal dieses auffallend große und von weitem sichtbare Kirchengebäude aufsuchen. Als jetzt der Betreuer den Schlüssel brachte und wir den Innenraum betraten, sah man es denjenigen an, die hier im Stadtteil groß geworden sind, wie stark sie mit ihrer Pfarrkirche verwurzelt sind, sei es durch Erstkommunion, Trauung oder Taufe eines ihrer Kinder. Gerührt stimmte jemand das oberschlesische Wallfahrtslied an: - "Über die Berge schallt...".
Bei der geschickten Organisation konnten wir uns noch eine kleine Rundfahrt durch das Stadtwaldrevier erlauben. (Horst-Bienek-Haus/Lindenfriedhof mit dem jüdischen Teil/ Christus-König-Kirche / Schule 8 und 16 / Bergwerkstraße / Große Hindenburgbrücke über dem Güterbahnhof / Hüttenviertel / Eichendorff Lyzeum / Humanistisches Gymnasium / Priesterseminar / Polytechnikum/... Vor dem Hotel hörte ich jemanden sagen - "...alte Eindrücke verstärkt - neue hinzugewonnen..."
13.06.08-Freitag: Da einige aus unserer Gruppe noch nicht in Krakau waren, die Stadt auch beim wiederholten Besuch fasziniert, entschied man sich für eine Exkursion zum "Weltkulturerbe der Menschheit" laut UNESCO. Die Verbindung zwischen Gleiwitz und Krakau ist durch die Autobahn ein schneller aber nüchterner Weg zu einer Königsstadt mit österreichischem Charme. Den Zeitgewinn braucht man unbedingt, um wenigstens einen Teil der vielen epochal geprägten Sehenswürdigkeiten aufsuchen und Eindrücke aufnehmen zu können.
Bei allem Kunst- und Kultursinn hat es sich niemand nehmen lassen, in einem Straßencafe das bunte Treiben am Marktplatz zu beobachten, die eleganten Damen in Kutschen zu bestaunen, sich von der Gelassenheit der fröhlichen jungen Leute anstecken zu lassen. Unter den Tischschirmen warteten wir den prophezeiten Regenguß ab und bummelten dann gemächlich zum Busparkplatz an der Weichsel... 14.06.08-Samstag: Bis zum Abendessen gestaltete jeder den letzten Tag in Gleiwitz für sich. Acht Personen nutzten die Gelegenheit, einer Vorabendmesse der deutschen Minderheit beizuwohnen. Man zeigte sich sehr erfreut über unsere Teilnahme an ihrem Gottesdienst.- Nach Kofferpacken und noch einer letzten Nacht in unserer Stadt Gleiwitz hieß es am nächsten Morgen Abschiednehmen von ihr!
15.06.08-Sonntag: Zügig ging es auf der Autobahn zunächst bis Breslau. Es war ein Genuß auf der ausgedehnten Besichtigungstour durch die Stadt die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten zu erleben - einschließlich der Jahrhunderthalle. Nach interessanten Hinweisen und Beschreibungen vorm Rathaus verschwand ein Teil von uns im Schweidnitzer Keller zur obligaten Mittagspause und einem sonntäglichen schlesischen Mittagessen mit einem Glas Bier. Alle waren für den hervorragenden Abstecher in Breslau dankbar und trafen zufrieden pünktlich am Busparkplatz zur Weiterfahrt nach Klitschdorf/Kliczków Zamek für zwei Übernachtungen ein. Etwas schmunzelnd sagt man über uns: Keine Gleiwitz-Reise ohne Burg - Schloß - oder Kathedrale!, was auch immer zutrifft. - Bewusst haben wir für den Ausklang der Reise einen besonderen Rahmen und mit Rücksicht auf den Heimweg nicht weit von der Grenze einen touristisch interessanten Punkt gesucht, wo man auch am nächsten Tag noch etwas in der näheren Umgebung entdecken kann. So entschieden wir uns für die Hotelanlage Klitschdorf nachdem wir in einem Reiseführer lasen: -"Altes Dorf im Queistal, angelehnt an eine Ende des 13. Jahrhundert als Wasserburg gebaute Grenzfeste zur Abwehr des Fürstentums vor dem tschechischen Überfall inmitten eines 20 ha großen Parks mit alten Eichen..." Als das Schloß seine Bedeutung als Festung verlor, wandelte es sich in eine Schlossanlage mit Gutshof um, verwaltet von Vasallen des tschechischen Königs. Repräsentierende Familien herrschten über das Besitztum bis zum Ausgang des 2. Weltkrieges...Im Jahr 1999 fiel der Beschluß über den Wiederaufbau und Ausbau des Objektes für Konferenz- und Erholungszwecke. Ein komplexes Revalorisierungsprojekt entstand durch Arbeitsgruppen von Architekten und Innenausstattern.
16.06.08-Montag: Bei einem kurzen Tagesausflug am Montag wollten wir uns einen Eindruck von der Landschaft zwischen Bober/Bóbr und Queis/Kwisa sowie einigen Städten machen. Während das Tal des Queis oberhalb von Klitschdorf malerisch von Felsen eingerahmt ist, durch den sich der Fluß sein Bett gebahnt hat, ist das Bobertal bei Bunzlau/Boleslawiec so breit, daß einst ein Viadukt für die Bahnlinie Görlitz-Liegnitz gebaut werden musste, die älteste und längste Brücke damals in Schlesien. Bunzlau selbst ist eine sehenswerte Stadt, in der wir nebenbei Gebrauchsgegenstände aus Buntkeramik erwerben konnten, leider kein Braungeschirr mehr, durch das Bunzlau weltbekannt geworden ist. Löwenberg/Lwówek Slaski - auch an der Bober gelegen - hat mir persönlich besonders gut gefallen. Wenn die Nachkriegsjahrzehnte der Stadt auch den Glanz genommen haben, so kann man sich an den erhalten gebliebenen Zeugnissen der Baugeschichte nach wie vor erfreuen. Dazu zählt das Rathaus - mit dem in Breslau eines der schönsten in Schlesien - einige Renaissance-Giebelhäuser am Ring, die Pfarrkirche mit einem wunderschönen romanischen Portal und zwei Türme aus der gleichen Epoche sowie die Nepomukfigur.
Als wir von hier aus in südwestliche Richtung weiter fuhren, merkten wir alsbald an den breiten schwach gewölbten Bergrücken, wie sich die Landschaft veränderte: Wir waren am Rande des Isergebirges/Góry Izerskie und entdeckten auch Bad Flinsberg/´Swieradów Zdrój. Uns interessierte aber mehr der unbeschreiblich große Komplex einer in Schlesien noch erhaltenen Höhenburgen, nämlich die Burg Tzschocha/Czocha am Queis. Um diese Gesamtanlage zu erfassen, braucht man mindestens einen halben Tag. Uns reichte schon der Weg vom Vorhof durch den Torbogen, über den Burggraben und durch ein Torhaus in die Vorhalle, wo man uns einen Einblick in den großen Saalbau freundlich gestattete, und der Beweis, daß diese Burg bis 1945 über mehr als sechs Jahrhunderte kontinuierlich bewohnt war.
Als wir dann in "unserm Zamek" die schönen Räumlichkeiten aufsuchen und uns für das festliche Abschiedsessen vorbereiten konnten, überkam uns das Gefühl von Zufriedenheit und Dankbarkeit, in diesen neuen Tagen insgesamt so viel Schönes erlebt zu haben, halt eine typische "Gleiwitz-Reise" des Gleiwitzer Kreises!
17.06.08-Dienstag: Die Rückreise über Görlitz verlief ohne Zeitverlust an der Grenze und ohne Stau, so daß alle mit einer günstigen Ankunftszeit an den vorgesehenen Ausstiegspunkten wieder ankamen.

Magda Roggel





Tag der Oberschlesier 2008

Das war die Ankündigung:

30. Bundestreffen der Oberschlesier
"Heimat ist Leben - Mein Herz für Oberschlesien"

30. TAG DER OBERSCHLESIER
30. - 31. August 2008
47495 Rheinberg Nähe Duisburg - Messe Niederrhein (An der Rheinberger Heide 5)   direkt an der A 57 gelegen, kostenlose Parkplätze

Aus dem Programm: Begegnungstreffen der Oberschlesier u.a. aus Oppeln, Falkenberg, Kreuzburg, Rosenberg, Guttentag, Groß Strehlitz, Neisse, Patschkau, Leobschütz, Cosel, Krappitz, Ratibor, Rybnik, Sohrau, Pleß, Bielitz, Hultschin, Gleiwitz, Beuthen/OS, Hindenburg, Kattowitz, Königshütte, Laurahütte, Ruda, Schwientochlowitz,
Spätaussiedlerberatung, Ausstellungen, Fußballturnier, auch Kinderfußball, OS-Chöre, OS-Blasorchester, Ratinger Kammerchor, Oberschlesisches Landesmuseum u.v.m.

Samstag:  11.00 Uhr Eröffnung
12.00 Uhr Beginn des Fußballtuniers
16.00 Uhr Marienandacht mit Abt Gregor Henckel Donnersmarck
ab 18.00 Uhr Gemütliches Beisammensein bei Musik und Tanz
Sonntag:   09.30 Uhr Kundgebung
11.30 Uhr Pontifikalamt mit Abt Gregor Henckel Donnersmarck, Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz bei Wien

Und hier etwas über den Verlauf:

Der Gleiwitzer Kreis war natürlich wieder dabei, ich leider nur am Samstag. Dafür kam ich zu früh, nämlich schon um 9:00 Uhr und vor verschlossene Türen. Die wurden erst um 10:00 Uhr geöffnet - aber die Tafeln des GK waren schon durch den "Dienstboteneingang" hereingekommen. Sie standen also schon lange vor der offiziellen Eröffnung auf unserem Tisch, genau unter dem Banner "Gleiwitz (Stadt und Land)" und waren von da an immer ein Anziehungspunkt für die durch die Halle schlendernden Menschen. So auch für den Aufnahmetrupp des WDR-Fernsehens , welches zu früher Stunde Momentaufnahmen des Treffens machte. Ausgestrahlt wurde dieser Beitrag um 18:30 im Lokalprogramm Duisburg.
Die offizielle Eröffnung fand planmäßig um 11:00 - mit Musik -, aber mäßiger Beteiligung der Besucher statt. Ansonsten gab es die Tausende von persönlichen Begegnungen zwischen alten und neuen Bekannten, Schulfreunden und Menschen aus dem heimatlichen Ort. So kam es des öfteren zu überraschenden Erkennungen über dritte Personen: "Nein, das kann doch nicht wahr sein, Peiskretscham? Ring? Die Suse von xy? Das glaub ich nicht! Dann gingen wir doch in die gleiche Klasse!" - solche Zusammenkünfte konnte ich wieder miterleben.

Aber es gab auch viele einsame Menschen, welche vergeblich auf einen Kontakt warteten. So der Herr am Nebentisch, welchen ich jetzt schon beim dritten Treffen beobachten konnte: Mit einem kleinen Pappschild: "Tost", saß er da, sprach hin und wieder mit einzelnen Menschen, ohne jedoch die wirklich nahen Personen zu treffen.

Zur Maiandacht am Nachmittag wurde der allgemeine Saal wieder leerer, denn viele Menschen zog es zu dieser, an die Heimat erinnernde, Andacht.

Das Treffen wurde von vielen Organisationen mit ihren Ständen begleitet. So z.B. der Senfkorn-Verlag Alfred Theisen aus Görlitz, die Initiative für die Entschädigung deutscher Zwangsarbeiter, Gruppierungen aus Polen, welche für ein selbständigeres Oberschlesien und seine Sprache eintreten und auch das Oberschlesische Landesmuseum mit einer imponierenden Ausstellung, Diaschau, Beratung und alten Karten dieser Region.

Ja und von den, Kuchen, Wurst, Bier und anderen oberschlesichen Spezialitäten verkaufenden Ständen, will ich diesmal nicht berichten...



Januar 1945 in Schechowitz, wer weiß etwas?

Am Ausgang des Dorfes, an der Chaussee von Peiskretscham nach Gleiwitz, hatte eine Flakbatterie ihre Stellung. In die Kämpfe mit der anrückenden Roten Armee verwickelt, verloren über 50 Flakhelfer und Soldaten ihr Leben.
Herr Joachim Gerwald schreibt uns u.a.: "Ich suche Informationen zur jüngsten Geschichte der Stadt Gleiwitz und Umgebung. Mein besonderes Interesse gilt der schweren Heimatflakbatterie 227 am Ortsausgang meines Heimatsdorfes. ...Falls Sie Landsleute kennen, die zu den Vorkommnissen vom Januar 45 ... Informationen haben, wäre ich Ihnen sehr verbunden mit ihnen Kontakt aufnehmen zu können.
Kontakt:  Netzpostadresse   oder   Tel. 06826 938415"

Eventuell geht's auch über den  Gleiwitzer Kreis.
(April 2008)

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Ein Gobelin und Alphons von Boddien

Herr Dr. Jacek Schmidt, unser bekannter Historiker aus Gleiwitz, wendet sich an alle, welche etwas zur Geschichte oder dem Verbleib eines Andenkens an den, der Stadt und deren Menschen, verdienten Alphons von Boddien wissen. Es geht um einen Gobelin in deren Mitte zwei Ulanen abgebildet sind.
Bitte  hier oder direkt mit J. Schmidt im Gleiwitzer Archiwum (Tel. 0048 32 231 44 40) in Kontakt treten.
(Februar 2008)

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Etwas, was über 62 Jahre ein Geheimnis blieb

Man möchte es fast nicht glauben, daß dieses Versteck bis jetzt ein Geheimnis blieb.

... Und womöglich ist die Geschichte doch anders, als hier beschrieben... Demnächst näheres! ...

Doch es ist so. Nach der Restaurierung der neobarocken Fassade des Gleiwitzer Gerichtes kam jest auch das Innere des Gebäudes an die Reihe. Den, im Eingangsbereich mit der Entfernung des alten Putzes beauftragten Arbeitern, geschah wohl ein kleines Mißgeschick, als sie womöglich etwas zu viel des Putzes abschlugen: Eine niedrige Tür kam zum Vorschein und dahinter dann Akten, Akten und Akten. Auf einer Fläche von über 10 Quadratmetern gestapelt bis zur Decke. Auf den ersten Blick sind es Grundbuchakten aus dem neunzehnten und womöglich auch achtzehnten Jahrhundert. Natürlich weiß man noch nicht, ob es ausschließlich diese sind.

Denn obwohl die Akten in einem guten Zustand sind, müßen sie vor genauerer Sichtung noch behandelt werden. Diese Pflicht (und Kosten) kommen auf das Gericht, den Eigentümer zu. Erst dann sollen sie in das Archiv in Kattowitz überwiesen werden, weil das städtische Archiv in Gleiwitz schon übervoll ist.  -   "...Die Archivare sind über den guten Zustand der Dokumente entzückt. Man sieht hier die deutsche Gründlichkeit ..." schreibt Tomasz Malkowski in "http://miasta.gazeta.pl/katowice/1,35019,4878488.html".

Nun, wir können überlegen, wie es in den Kriegsjahren zu der Erstellung des Versteckes, mit Belüftung und feuchtigkeitshemmenden Maßnahmen kam? Wie die Verlagerung der Akten in das Versteck organisiert war? Wie es dazu kam, daß über Jahrzehnte keine der vielen Personen, welche in diese Aktion verwickelt sein mußten, mit diesem Geheimnis herausgerückt ist? Denn das alles hat doch Arbeit gekostet: Die Planung, der Transport, das Vermauern bishin zur erfolgreichen Tarnung des Versteckes. Und niemand von den Nutzern des Gebäudes, kein Architekt oder Maler hat jemals Verdacht geschöpft. Jedenfalls blieben die schon so alten Dokumente in ihrem Versteck gut verborgen und überdauerten auch die Volksrepublik mit ihrem gespaltenen Verhältnis zur deutschen Vergangenheit dieser Stadt.

KM   (Januar 2008)

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Gedenken an die Gleiwitzer Opfer des Jahres 1945

Wir vom Gleiwitzer Kreis, aber vor allem die deutschen, in der Heimat verbliebenen Gleiwitzer haben die Opfer jener Tage nicht vergessen. So wird dort jedes Jahr im Januar eine Gedenkmmesse gefeiert und auch unser Anliegen, die Fürbitte für die ums Leben gekommenen Gleiwitzer wird bei der Messe vorgetragen.
Seien wir in Gedanken dabei: In der Vorabendmesse zu jedem drittem Sonntag im Januar, am Samstag (diesmal ist es der 26. Januar) um 16:00 Uhr können auch wir hier in Deutschland unserer Mitmenschen gedenken, geistig bei diesem Gottesdienst dabei sein.

Bei dieser Gelegenheit auch eine Information für die Leser dieser Zeilen, oder auch zur Information anderer: In Gleiwitz besteht eine deutschsprachige Gottesdienstgemeinschaft. Sie lädt zu regulären Gottesdiensten an jedem Samstag, um 16:00 Uhr in der Herz-Jesu-Kapelle (Waisenhauskapelle) alle sich zu jener Zeit in Gleiwitz befindlichen Gäste ein.

Diese Nachrichten wurden einem Schriftwechsel zwischen dem Gleiwitzer Gerhard Scholz
und unserem Mitglied Gerhard Fabian entnommen, welcher hier in Kürze zitiert wird.


Lieber Herr Fabian,
ich bin bereit Ihre Bitte zu erfüllen und am Samstag, den 26. Januar - 3. gewöhnlicher Sonntag, werden wir während der Vorabendmesse, eine Fürbitte für alle Opfer von Januar 1945 vortragen und für die Seelen der Opfer beten. Ich hoffe dass viele Gleiwitzer in Deutschland, zu diesem Zeitpunkt, zwischen 16.00 und 17.00 Uhr, mit uns in geistiger Verbindung stehen und der Opfer in Liebe und Dankbarkeit gedenken werden.
Außerdem bitte ich alle Gleiwitzer, die ihre alte Heimat besuchen, daran zu denken, dass es seit 1990 in Gleiwtz eine deutschsprachige Gottesdienstgemeinschaft gibt, die samstags um 16.00 Uhr in der Herz Jesu Kapelle (Waisenhauskapelle ) ihren allwöchentlichen Gottesdienst feiert. Also m.a.W. nicht nur im Januar an Gleiwitz und an die hier Verbliebenen Lebenden und Verstorbenen denken! Es grüßt Sie und Ihre Familie recht herzlich
Ihr Gerhard Scholz
P.S.
Es ist nicht das erste Mal, dass wir auf die Bitte des Gleiwitzer Kreises und nicht nur, die meistens telefonisch oder durch Vermittler hier nach Gleiwitz gelangt, im Januar der Opfer gedenken. Jedes Jahr dagegen, ohne Anregung von außen, gedenken wir am letzten Samstag im Januar der Gleiwitzer Opfer von 1945. Glück auf! O/S.


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22. Gleiwitzer Heimattreffen in Bottrop - 2007

Salopp gesagt: Es war zu schnell vorbei - doch der Gleiwitzer Kreis war natürlich wieder dabei.
Wie immer möchte ich fast sagen. Obwohl der Gleiwitzer Kreis eigentlich jünger ist als die Geschichte der Heimattreffen.


Wie immer also hatte der Gleiwitzer Kreis seine Vorbereitungen getroffen um möglichst vielen Gleiwitzern mit Informationen und Angeboten dienen zu können. Die aktualisierten Schautafeln mit Bildern, dem alten Stadtplan, mit Informationen, mit Beiträgen zu unserer oberschlesischen Sprache und auch etwas Humor bildeten wiedermal für einen Großteil der Besucher den einzigen Kondensationspunkt im Saal. Zu diesem Zweck war Helene schon früh auf den Beinen gewesen, um im noch menschenleeren Saal die Tafeln aufzustellen und später über lange Zeitabschnitte am Samstag und Sonntag als Ansprechspartner zu dienen. Hier war sie gewöhnlich schon nicht mehr allein, tapfer sekundierten ihr Helga und Paul, Anja und Ingrid und für kurze Zeiten auch Magda und Gerhard. Und fast hätte ich es vergessen, unser "Hofphotograph" und Ehrenmitglied Gerhard war auch dabei. Ja, und Magda stellte direkt nach ihrer Ankunft auch eine Tafel   mit Werbeinhalten für die nächste Gleiwitzreise des Vereins auf. Eine Ergänzung unserer nach außen sichtbaren Aktivitäten.

Nun, und was gibt es zu dem Verlauf des Treffens zu sagen?
Ich weiß nicht, ob es nur mein persönlicher Eindruck war, oder ob es mehr Menschen so verspüren, daß man mit fortschreitendem Alter für solche Zusammenkünfte, für Begegnungen mit der eigenen Jugend, seiner Vergangenheit, empfänglicher wird? Jedenfalls spürte ich eine größere Nähe zu einer Großzahl der mir begegnenden Menschen. Ich wurde in viele, sehr viele Gespräche verwickelt. Die Gesprächspartner, ihre Schicksale, kann ich kaum auseinander halten. Die Hauptsache, der Tenor dieser Gespräche, blieben die Schicksale der Menschen nach dem Krieg. Gewöhnlich schon irgendwie, von irgendwo bekannt - weil teilweise auch selbst erlebt - doch manchmal kamen ganz persönliche Erinnerungen an die Umstände zur Sprache, in denen die Menschen ihrer Liebsten brutal beraubt wurden. Des öfteren durch eiskalten Mord oder durch Tätigkeiten im Rausch, auch durch Frauen der uns (politisch korrekt:) "befreienden" Armee.
Und hier erhielt der Gleiwitzer Kreis immer wieder Zuspruch zu seinen jahrelangen, durch Erfolg gekrönten, Bemühungen um die Errichtung eines Mahnmales zum Gedenken an die Opfer der finsteren Tage von 1945. Und die Meinungsverschiedenheiten um die Worte seinerzeits, wer denn die Täter waren, wurde in den Jahren seit der Einweihung des Denkmals mit seinen Inschriften zur absoluten Nebensächlichkeit. Wir alle wissen, daß es unsere "Befreier" waren.
Dankbar nahmen die Menschen, welche jetzt nicht nach Gleiwitz fahren können, Bilder des Denkmals als Andenken an diese Begegnungen und Gespräche mit nach Haus.

Was kann man noch über die Atmosphäre in Bottrop sagen? Den stärksten Eindruck hinterließ in mir die Geschlossenheit in der das Treffen stattfand. Wo die Gleiwitzer noch einmal ihre Zusammengehörigkeit demonstrierten. Sei es in der gemeinsam, durchgängig gebrauchten deutschen Sprache, öfters mit dem charakteristischen schlesischen Akzent und mehr noch beim Gottesdienst in dem großen Saal, in welchem das Treffen stattfand. Hier standen die Gemeinsamkeiten wortwörtlich im Raum, als die vielen, vielen Hunderte Menschen fast eineinhalb Stunden die Messe miterlebten, in Andacht und Versunkenheit, welche auf mich den stärksten Eindruck machte. Es ist etwas in diesen Menschen, das sie anders macht als die Allgemeinheit in unserer heutigen, ach so modernen, mit Reizen überfluteten Welt. Es war ein Gegensatz zu der feierlichen Eröffnung am Vortag, mit vielen hehren Worten (so nehme ich an) und Musik. Denn verstehen konnte man kaum etwas, das Summen der lautstark munter weitergeführten Gespräche der Teilnehmer dokumentierte in ziemlich eindeutiger Weise ihr Interesse an den gewöhnlich inhaltslosen, aber bestimmt politisch korrekten Ansprachen welche der Bürger heute allseits zu hören bekommt. Natürlich kann ich nicht behaupten, daß es auch hier so war (weil ich doch das Wenigste verstanden habe), doch sagt diese Einstellung der Menschen zur offiziellen Politik schon viel.

Um es nicht zu vergessen: Gleiwitz hat das Treffen mit zwei Chören verschönert, welche uns in den Pausen, bei der Eröffnung und auch während der Messe an viele altbekannte Melodien erinnerten. Es waren die Chöre aus Stroppendorf und Dramathal. Und dann gab es noch eine bergmännische Blaskapelle aus Bottrop.

Dann waren noch die Gespräche über konkrete Einzelheiten zum Verbleib einzelner Kulturgüter der Stadt nach den 45er Wehen. Es ranken sich viele Legenden um den Verbleib der "verschwundenen" deutschen Denkmäler, aus Stein oder Metall. Es gibt im heutigen Gleiwitz eine Gruppe von jungen (polnischen) Menschen, welche die (deutsche) Vergangenheit der Stadt, wenigsten in Teilen, der Allgemeinheit zugänglich machen wollen. So wurden wir gebeten, uns im Rahmen des Gleiwitzer Kreises auch in Bottrop um die Aufklärung dieser Rätsel zu bemühen. Und siehe da: Wir hatten auch Erfolg! ich werde demnächst darüber berichten, hier in der Vitrine des GK.

Ich glaube auch, daß viele der Anwesenden, so wie ich, persönliche Treffen mit Menschen aus der Jugend oder späteren Jahren erleben konnten. Es ist fast schon verwunderlich, wenn man plötzlich jemandem gegenübersteht, den man 1948 zum letzten Mal gesehen hat. Ich bin, neben anderen Treffen, unabhängig voneinander auf zwei Klassenkameradinnen gestoßen. Dabei gibt es schon etwas zu erzählen: Lehrer (die guten und die bösen), Mitschüler, Räumlichkeiten und immer wieder etwas zum Thema Sprache, der damals für uns neuen Sprache.

Es gäbe noch viel über Einzelheiten zu berichten, aber ich belasse bei Obigem, hier sei nur noch der Streusel- und Mohnkuchen erwähnt, den man vor Ort verzehren - oder auch nach Hause nehmen konnte. Ebenso wie Wurstwaren von Ligensa.
KM

Und im Nachhinein noch ein paar Bilder des Treffens von Gerhard Schyma

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Eindrücke aus Gleiwitz 2007

Leider wurde dieses Jahr nichts aus unserer sonst alljährlichen Studienreise in die Heimat.
Deswegen nahm ich die Gelegenheit des Besuches meiner "alten Bude" wahr und folgte der Einladung zu einem Treffen nach 50 Jahren. So kam ich wieder nach Gleiwitz, besuchte das Polytechnikum und nahm dort an einer feierlichen Zeremonie einer erneuten Immatrikulation, mit Rektor, Dekanen, Chor und Fahnenträgern teil. Es gab da erstaunlicherweise viel Interessantes, Erinnerungen nicht ausgeschlossen. Und ein Erinnerungsphoto war schon obligatorisch.
Doch möchte ich jetzt die privaten Erinnerungen an die vielen Stätten der Kindheit auslassen und mich den Realien von Gleiwitz 2007 widmen. Die Stadt ändert sich jedes Jahr und so wurde z.B. aus der "alten" Gleiwitzer Grube - auch mit Mitteln der EU - ein Vorzeigeobjekt, "Nowe Gliwice" (Neues Gleiwitz) welches verschiedenen didaktischen Zwecken dienen soll.

Mein Hauptaugenmerk galt natürlich dem, mit Hilfe des Gleiwitzer Kreises errichteten, Denkmal. So verschafften wir uns an einem regnerischen Tag den Zutritt zum Lapidarium auf dem ehemaligen Friedhof an der Coseler Straße, um beim Denkmal nach dem Rechten zu schauen. Vorweg: Da war alles in Ordnung, unser Ehrenmitglied Jurek Wyganowski leistet ganze Arbeit und das Denkmal präsentiert sich weiterhin stattlich.
Doch andere Gedanken ergriffen mich wieder, als wir den Rundgang durchs Lapidarium machten. Es war damals eine gute Entscheidung, das Denkmal innerhalb des Lapidariums zu errichten. Der Mob ist in Polen noch zu präsent. Das was in den Nachkriegsjahren, in der Volksrepublik vielleicht noch verständlich war, zeigt sich als Zerstörungswut auch in den heutigen Tagen noch deutlich. Ihr fielen zwei kleine Gedenktafeln auf dem Gräberfeld des Lapidariums zum Opfer, sie wurden herausgerissen und zerbrochen.
Umso erfreulicher ist die Tatsache, daß eine polnische Schule sich um das geschändete Denkmal von Wilhelm Hegenscheidt kümmert.
Bei dieser Gelegenheit: Wohl eine der letzten Stellen in Gleiwitz, an der die blinde Degermanisierungsmanie der Nachkriegsjahre noch sichtbar ist, ist die Gebäudeecke an der Markgrafenstraße, gegenüber dem Haus Oberschlesien. Ein ausgemeißeltes Rechteck in der Wand läßt aus dem Unterbewußtsein heraus das Wort "Erbaut" lesen. Einen Meter darüber war bis vor kurzem die immer wieder zu Tage tretende Inschrift: "Markgrafenstraße" zu lesen. Jetzt, nach der Neuverputzung des Gebäudes, ist sie für immer verschwunden.
Dafür gibt es noch andere Stellen, welche die deutsche Vergangenheit in unsere etwas sentimentale Erinnerung bringen. Wer weiß denn wo in Gleiwitz das Fürsorgeamt war? Niemand? Doch, jetzt wissen es alle Leser, wenn sie sich das Haus auf der Oberwallstraße und die Inschrift zwischen den Fenstern anschauen, alles Anno Domini 2007. Beigesteuert von einem aktiven Gleiwitzer, H. Marek Grempka. Dann gibt es auf der Pfarrstraße auch eine Erinnerung an den Krieg, die dem damaligen Degermanisierungswahn nicht zum Opfer gefallen war. Und ein womöglich unter Denkmalschutz(?) stehender Name, nämlich der Maschinenbau- und Hütten-Schule, oben auf deren Turm. Heute das Polytechnikum.

Es gäbe noch vieles zu berichten, doch es betrifft vor allem das Private. Hier möchte ich niemanden langweilen, dafür aber ermuntern die Plätze der Kindheit, die Straßen und Gebäude in der Heimat zu besuchen. Sehr viele Erinnerungen werden wach und ich hoffe, daß es bei allen so wird wie bei mir:
Es sind die angenehmen und sentimentalen!
Karl Mosler

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Ein Bericht

Die 11. Studienreise vom 19. Juni - 27. Juni 2006

Grünberg - Gleiwitz - Hirschbergtal


Nur noch 10 Tage! - nein, die Reise läuft...
Und wieder sind 26 Teilnehmer gespannt auf die Reise zurück zu den Wurzeln ihrer Kindheit und den Erinnerungen an ihre Jugend in Gleiwitz.
Oder einfach studienhalber nach "Schlesien - ein zehnfach interessantes Land", wie Goethe es bereits empfand.

Dies alles bietet das Programm:
Freiraum für die Realisierung individueller Wünsche -
menschliche Begegnungen und Gedankenaustausch -
kulturelles Erleben -
Stolz auf städtebaulichen Reichtum, den unsere Vorfahren geschaffen haben -
touristische Erholung.

Gleiwitz - Grünberg - Glogau - Grüssau - Neiße - Neustadt - Ottmachau - Patschkau - Breslau - Hirschberg


Riesengebirge - Altvatergebirge - Oderlandschaft ...

Freuen Sie sich schon auf einen interessanten Reisebericht! Und dieser ist schon da, nur etwas weiter unten!

1.VII.2006 - Hier einige auf  Bildern (Es lohnt sich reinzuschauen!)  festgehaltene Eindrücke von der Reise und demnächst auch der Bericht.
10.VIII.2006 - Und dieser ist schon da:

Eine Studienreise oder ein Sommernachtstraum?

Wieder einmal konnten wir als Reisegruppe des Gleiwitzer Kreises Goethes Eindruck „Schlesien – ein zehnfach interessantes Land!“ nachempfinden. Wie auch immer bei den 10 vergangenen Reisen die Route hinter der Grenze verlief, man erlebte auf der langen Strecke bis Gleiwitz eine großartige Vielfalt schlesischer Landschaften und Städte. Unter diesem Aspekt und selbstverständlich auch beim variierenden Programm während des 4-tägigen Aufenthalts in der Heimatstadt Gleiwitz ist für einen jeden stets noch Unbekanntes dabei, was den Reiz einer Studienfahrt schließlich ausmacht.
Montag, 19. Juni. Um 7:00 startete der ORS-Bus in Köln bereits mit der Hälfte der 26 Teilnehmer. In Gütersloh, Hannover und Braunschweig stiegen die andern zu bis auf zwei junge Damen, die von Dresden direkt zum Hotel Qubus in Grünberg kamen. – Durch die Wahl von Grünberg als 1. Nachtquartier lag der Grenzübergang Frankfurt/Oder fest und somit die Fahrt danach durch ein wald- und seenreiches Naturschutzgebiet, das zum Lubuskerland gehört.
Dienstag, 20. Juni. Wer seit Kindertagen Grünberg nur mit saurem Wein in Verbindung brachte, wurde am Morgen bei der Altstadtbesichtigung von unserm Gregor bald eines Besseren belehrt. Europas nördlichstes Weinbaugebiet spielte nach dem Krieg keine große Rolle mehr. Dafür wurde Grünberg dank seiner günstigen Verkehrslage zum Schwerpunkt staatlicher Wirtschaftsförderung in Polen, für den Ausbau vorhandener Industriezweige, zum Verwaltungssitz der „Woiwodschaft Zielona Góra” und zur Universitätsstadt. Dieser Gewinn an wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung spiegelt sich im Wiederaufbau und in geschickter Restaurierung der mit reichlich Stuck verzierten Häuser wieder: Grünberg ist eine schöne Stadt!  Dennoch müssen wir weiter.
Vorbei an Neusalz und Beuthen a.O. wird unser nächster Stop Glogau sein. Auch wenn wir die Oder nicht immer zu sehen bekommen, begleitet sie uns fast bis Gleiwitz. Wir Gleiwitzer kennen zwar Klodnitz, Ostroppa, Kanal, sind vielleich im Laufe der Zeit der „Lebensader Schlesiens“ zwischen Ratibor und Leubus begegnet, erlebten aber nun in diesen Tagen ab Frankfurt einen weiteren Flußabschnitt und erfuhren manch Wissenswertes über seine kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung.
Denke ich an Glogau, sehe ich vor mir den wieder rekonstruierten 80 m hohen Rathausturm, und mir fallen die zu bewältigenden 249 Stufen bis zur Turmgalerie ein, um den Blick auf die im Aufbau begriffene Stadt oder über die Flußebene zu genießen. Nach einem kurzen Bummel zum Piastenschloß und Theater, das den Namen des berühmten Bürgers Andreas Gryphius trägt, verließen wir die Stadt für einen von Bernd vorbereiteten Imbiß.
Bei der Weiterfahrt fanden wir die neuen modernen Industrieanlagen für die Kupfergewinnung und –verarbeitung höchst interessant, lästig dagegen die Warterei an den Bahnschranken auf leere oder volle Güterzüge zum Werksgelände. Stiller und stiller wurde es im Bus... Plötzlich der Ruf: Der Annaberg! Hellwach wurde nun das zuletzt fertiggestellte Stück der Autobahn Richtung Kattowitz verfolgt, und an der Ausfahrt „Gliwice / ul. Rybnicka“ hieß es „Herzlich Willkommen in Gleiwitz!“ Das Mikrofon noch in der Hand, erklärte ich spontan: Das „Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit“ – da „Peter und Paul“ – die Bahnhofstraße! – links die Niederwallstraße rein, an der Hauptpost vorbei – jetzt rechts in die Wilhelmstraße – die Banken! – die Klodnitz! – das Ruinentheater! – die Promenade – und da bis Sonntagmorgen unser Hotel „Diament Plaza“.
Prima Zeit! Nach dem Abendessen herrschte noch auffallend große Betriebsamkeit.
Mittwoch, 21. Juni. Vormittag; die Selbständigen sind längst weg. Für der größeren Teil der Gruppe hatte auf meine Anfrage hin Jurek zur Turmbesteigung der Allerheiligen-Kirche einen autorisierten Führer organisiert. Die Schwierigkeiten mit einer engen Wendeltreppe und schmalen Stufen erkennend, wollte sich dennoch niemand das Erlebnis entgehen lassen, einmal die Stadt von oben zu betrachten, wenn auch der Annaberg im Dunst lag, so fand man seine Winkel und Ecken wieder... niemand bedauerte die Anstrengung. Bei einem Umtrunk unter den Arkaden am Ring lernte man sich näher kennen und schlenderte die „Renne“ zurück bis zum Hotel und hob sich den Rest für morgen auf.
Das Anliegen des Gleiwitzer Kreises, jedes Jahr eine andere DFK-Gruppe (Deutscher Freundschaftskreis) zu besuchen, beweist zum einen die Verbundenheit mit den Landsleuten in der Heimat, zum anderen das Interesse auch an kleinen Vororten oder Stadtteilen von Gleiwitz. Diesmal erhielten wir die Einladung vom DFK Haselgrund/Zernica zu einem heimatlichen Nachmittag. Auftauend und ansteckend wirkte sofort das gemeinsame Singen der Heimatlieder – auf losen Blättern zur Verfügung gestellt. Nach Kaffee und Kuchen spazierten wir zur „Scheunenkirche“, die in einer Nacht- und Nebelaktion von der gesamten Dorfgemeinschaft zu kommunistischer Zeit erstellt worden war. Nachfühlbar sind der Stolz mit dem man uns den kostbaren Schatz im Dorf, die alte Schrotholzkirche, zeigte und die Freude, wenn nun endlich nach erschwerter Restaurierung diese bald benutzt werden kann.
Jutta und Anja fanden für sich eine besondere Form des „Dankeschöns“ für die herzliche Begegnung, indem sie ein Volkslied für 4 Stimmen auf ihre beiden umarbeiteten und ganz zart und eingehend vortrugen: „Es dunkelt schon in der Heide, nach Hause laßt uns gehen...“.
Donnerstag, 22. Juni. Heute hieß es „Gleiwitz von früh bis spät!“. d.h. vormittags zu Fuß durch die Innenstadt und nachmittags mit dem Bus zu neuen markanten Punkten an der Peripherie der Stadt.
An einem Besuch des Museums für Kunst und Ethnographie in der Villa Caro waren alle interessiert. Nachher schloß sich eine starke Gruppe Gregor und mir an. Als wir zum Platz der Synagoge kamen, die in der Kristallnacht angezündet worden war, wies ich an einem Eckhaus auf die Tafel mit einem entsprechenden Text hin. Zum feierlichen Akt der Enthüllung vor 3 Jahren reisten sogar damals ins Ausland Emigrierte an. – Vom historischen Rathaus und dem Gabeljürgen am Ring zogen wir die Bankstraße lang über die Oberwallstraße mit Blick auf das Piastenschloß zur Kathedrale, weiter zur Schröterschule (im Untergeschoß war bis 1936 die jüdische Volksschule untergebracht). Das Marienlyzeum steht leer. Rechts in die Teuchertstraße einbiegend, auf die Richthofen Oberschule zeigend, berichtete ich wie hier bei einem Schuljubiläum Vorschläge für die Gründung unseres „Gleiwitzer Kreises“ überdacht worden sind. – Am Chopinpark entschieden wir uns für eine individuelle Mittagspause. Der Nachmittag begann mit der Kranzniederlegung auf dem Alten Friedhof Coseler Straße am Denkmal für die Gleiwitzer Opfer im Januar 1945, gemeinsam errichtet und am 3.12.2005 von der Stadt Gleiwitz und dem Gleiwitzer Kreis. Gern öffnete der zuständige Pfarrer der Gemeinde für uns die nebenstehende Schrotholzkirche und erklärte in Deutsch die dazugehörige Vorgeschichte.
Im Waldbad kein Betrieb Ende Juni bei 30°! Also weiter zu dem im Prospekt angegebenen schön angelegten Naherholungsgebiet „Czechowitzer See“! Es hätte eine Antwort sein können auf die Frage, wohin heutzutage Gleiwitzer Schüler im Sommer zum Baden gehen. Wieder „Geschlossen“ und „Badeverbot“. Trotz dieser Schilder hielt es Jugendliche nicht davon ab, sich im Wasser auszutoben.
Auf zum nächsten – wie versprochen – neuen Anlaufpunkt! Im Stadtwald unweit der Waldschule war auf dem Bürgersteig vor Horst Bieneks Geburtshaus ein dicker Pfahl eingerammt und darauf eine Metallplatte gelegt worden mit gut lesbaren Angaben in deutscher Sprache zum Leben und Werk des Schriftstellers. Zur gleichen Zeit hatte man auch anläߟlich des 15. Todestages von Bienek am Haus die Tafel mit Bildnis und Biographie erneuert und feierlich enthüllt.
Vorm Lindenfriedhof bat man mich um einen Fotostop für das Denkmal von Hans Breitenbach „Christus der göttliche Kinderfreund“. Es steht noch an der Stelle, wo sich 76 Gräber der im Jahre 1919 tragisch ums Leben gekommenen Kinder befanden.
Die Besichtigung des Senders ist und bleibt auf jeder Rundfahrt ein Muß wegen der faszinierenden Konstruktion, die man nur von Nahem erfassen kann. Zwar ist das Museum donnerstags geschlossen, aber als ein Bediensteter unsern Bus sah, schloß er uns freundlich das Tor zum Sendeturm auf und Gregor konnte aus dem Reiseführer noch hilfreich mit Details dienen.
Dagegen liegt die hervorragende Bedeutung des Flughafens über 60 Jahre zurück, so daß das Gelände allein in seiner Bedeutungslosigkeit keinen Reiz ausübt, um es anzufahren, meinten einige.
Die gewonnenen Eindrücke insgesamt rechtfertigen das Motto des heutigen Tages „Gleiwitz total“.
Freitag, 23. Juni. Ziel mancher Klassenfahrt oder Reise mit Familie in die Sommerfrische war einst das idyllische Gebiet an der tschechischen Grenze am Fuße der Bischofskoppe, am Rande des Altvatergebirges mit Orten wie Wildgrund, Arnoldsdorf, Bischofswalde, Bad Ziegenhals. So unternahmen auch wir bei herrlichem Sommerwetter einen entspannenden Tagesausflug in die nordwestliche Ecke unserer oberschlesischen Heimat. In den ausgewählten Städten wie Neustadt, Neiße, Ziegenhals, Ottmachau und Patschkau suchten wir Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten und in Neiße natürlich das Eichendorff-Grab auf. Wir fühlten uns heimisch in ihren Mauern und waren stolz auf den städtebaulichen Reichtum, den unsere Vorfahren geschaffen haben.
Samstag, 24. Juni. Der Samstag war frei für die letzten Privatinteressen und klang nach einem festlichen Abendessen aus, wovon ich schon immer geträumt habe: ein Sommerabend in Gleiwitz mit Musik im Freien und heiterer Stimmung... Johannisnacht! Sonnenwende! Noc Swiętojańska! Mit vielen jungen Leuten erlebten wir auf dem Krakauer Platz ein Festival mit drei Musikgruppen: Zigeuner + Kroaten + Goralen. Ein beschwingtes Abschiedsgeschenk.
Sonntag, 25. Juni. Nach dieser Nacht der Nächte bewegte sich bei unserer etwas emotionslosen Abfahrt aus Gleiwitz außer der Straßenbahn nichts auf der Zwycięstwa. In Breslau bummelten wir durch die Altstadt und legten eine Mittagspause ein. Allmählich stellten wir uns auf Grüssau ein. Auf den ersten Blick wirkte allein der Klosterkomplex und erst recht die prachtvoll restaurierte Abteikirche und St. Josef schon ganz anders als bei unserm letzten Besuch im Jahre 1997. –„Ein Haus voll Glorie schaut weit über alle Land...“ klang es uns entgegeg, und plötzlich war es „wie Sonntag“. Nach der ausführlichen Besichtigung auch des Mausoleums führte uns der Weg auf einer herrlichen Strecke direkt zum Schloßhotel „Paulinum“, mitten in einem Parkgelände auf einer Anhöhe am südlichen Rand von Hirschberg.
Uns war der oberschlesische Industrielle Oscar Caro und seine Villa in Gleiwitz ein Begriff, und nun durften wir auf seinem späteren Landsitz 2 Tage wohnen, sagenhaft! Einen Teil, des prachtvoll rekonstruierten Objekts hatte man, um das historische Ambiente zu wahren, mit Originalmöbeln aus der Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert) ausgestattet und 2005 als Hotel eröffnet. – Den Abschiedsabend hier gefeiert zu haben, wird wohl so schnell niemand vergessen.
Montag, 26. Juni. Vor der Heimfahrt am Dienstag sollte die Riesengebirgsrundfahrt erholsam verlaufen (Zackenfall, Carl Hauptmanns Grabmal in Schreiberhau neben dem Museum, Kirche Wang, Gerharts-Hauptmanns-Haus Wiesenthal), dafür etwas intensiver als vor zwei Jahren die Besichtigung Hirschbergs. Ein Glückstreffer war, daß ein Teilnehmer von uns als „Stadtführer“ fungieren konnte, als Gregor für den Fahrer dolmetschen mußte. In Hirschberg aufgewachsen, zeigte und erklärte Herr Roth uns fesselnd dies und jenes, wofür wir ihm sehr dankbar waren.
Dienstag, 27. Juni. Bereits in Hirschberg verabschiedeten sich Gregor, Jutta und Anja von uns, um mit der Bahn weiter zu kommen. Bald waren wir an der Grenze in Görlitz und fuhren dann auf der Autobahn an Magdeburg vorbei quasi bis Köln die gleiche Strecke wie auf dem Hinweg. Unterwegs wurden natürlich Pausen eingelegt, der Fahrerwechsel vollzogen, Anschlüsse erreicht, und ich freute mich, daß in den 9 Tagen alles so harmonisch und organisatorisch gut gelaufen ist.
Magda Roggel (Juli 2006)


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Das Oberschlesiertreffen in Rheinberg - 2006
Ein kleiner Bericht mit Bildern


Pfingstsamstag und Pfingstsonntag trafen sich hier in Rheinberg wiedermal viele Menschen, heute zum 29. Tag der Oberschlesier. Der Gleiwitzer Kreis war auch diesmal dabei: mit einer finanziellen Unterstützung und persönlich durch seine Mitglieder. Fast schien es so, als sei er die einzige Organisation der sich hier versammelnden Oberschlesier, welche ihre Anwesenheit mit einem informationellen Blickfang manifestieren konnte. Am frühen Samstag schon standen die zwei Tafeln auf dem Tisch im Gleiwitzer Areal der noch menschenleeren Halle:

Eine der Tafeln


Helene "schiebt die erste Wache"


Später kamen die Menschen. Es wurde immer voller: in der Halle, aber auch in dem danebenliegenden Saal, in welchem die offiziellen Teile des Treffens und die Gottesdienste abgehalten wurden. Das Hochamt am Pfingstsonntag wurde über zwei Stunden sehr feierlich zelebriert und dabei war der Saal so überfüllt, daß nicht einmal ein Photo zustande kam. Dafür hier eins von der offiziellen Eröffnung:

Eine Teilansicht der Eröffnung


Das Hauptanliegen aller Versammelten blieben dann doch die persönlichen Gespräche. Im Saal summte es wie in einem Bienenstock und wer gerade nicht sprach, der war mit einer Oppelner oder Graupenwurst beschäftigt, manche bevorzugten Kuchen und Kaffee.

Das war ein kleineres Gedränge


Ein fast immerwährender Kondensationspunkt blieben die Schautafeln des Gleiwitzer Kreises. Sehr viele interessierten sich für den Stadtplan von Gleiwitz aus den 30er Jahren. Jeder fand da ihm bekannte Ecken, manchmal entbrannten richtig heiße Diskussionen um diese oder jene Details der ehemaligen Stadtgestaltung. Auch der Bericht über die vor einem halben Jahr stattgefundene Enthüllung des Denkmals für die zivilen Opfer der Kriegstage 1945 in Gleiwitz fand ein reges Interesse, wobei besonders die Deutschsprachigkeit der Inschrift Aufmerksamkeit der Besucher beanspruchte.
Und nicht zuletzt wurde den Auszügen aus der Oberschlesischen Wörterliste des GK viel Interesse gewidmet, wobei besonders die etwas direkten, derben Bezeichnungen für Heiterkeit sorgten, besonders unter der Damenwelt. Wenn es auf der anderen Seite der Tafel etwas lustiger und lauter wurde, wußte ich sofort, daß man bei bestimmten Bezeichnungen angelangt war.
Die fast 100 vorbereiteten Adreßzettel mit der Adresse dieser Vitrine, dieser neuen Netzpräsenz des Gleiwitzer Kreises gingen wie warme Semmeln. Viele versprachen, sich wieder zu melden, vielleicht sogar etwas zur Vollkommenheit dieser Seiten beizutragen.

 

Das interesse an den Informationen war praktisch ununterbrochen.


Es gäbe viel zu erzählen über diese zwei Tage. Begegnungen mit sogar bisher fremden Menschen, Meinungsaustausche, Erinnerungen, freundliche Gesichter aber des öfteren auch die Erkenntnis der Vergänglichkeit. Die Reihen der "alten" Oberschlesier lichten sich, man hört von Krankheit und Unvermögen - trotzdem blieb der allgemeine Eindruck, so hoffe ich, für alle ein positiver. Ein Lächeln, einige nette Wörter und die ganze Atmosphäre mit Erinnerungen rund herum hat wohl jeder mitbekommen. Bücher, Zeitschriften, verschiedene aus der Kindheit bekannte Spezialitäten, die Trachten der Bergleute und Frauen, die Begleitveranstaltungen ergänzten dieses positive Klima.
Hier also noch einige Bilder, welche die dortige Atmosphäre illustrieren:


Für den Eintritt aber mußte auch gezahlt werden


Trachten klein


Trachten groß


Begegnung mit der Vergangenheit


Und noch weitere Begegnungen ...






KM (2006)






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Eine Gleiwitzer Geschichte
Die traurigen Umstände des Jahres 1945 - seine Opfer wurden jetzt, 60 Jahre später, gewürdigt


Januar 1945, das waren die Schicksalstage für Gleiwitz und seine Einwohner. Ungefähr 1500, Frauen, Männer und Kinder – alles Zivilpersonen - haben diese Tage nicht überlebt. Doch war das kein Thema in den Zeiten des volksrepublikanischen Gleiwitz/Gliwice. Die vielen namenlosen Gräber und Massengräber jener Tage fielen immer mehr dem Vergessen anheim. Nach 1990, als in Gliwice schon andere Winde wehten, stand die Stadtverwaltung vor einem Problem. Der alte Friedhof auf der Coseler Straße, im Zentrum gelegen, sollte nach seiner endgültigen Stillegung im Jahre 1946 zum größten Teil in einen Park umgewandelt werden. Doch dem stand das Wissen um die dort vorhandenen Gräber entgegen. So entschloß man sich um die Jahrtausendwende auch die in Deutschland lebenden Gleiwitzer nach der weiteren Vorgehensweise zu befragen, eventuelle Angehörige ausfindig zu machen.
Hier wurde auch der Verein Gleiwitzer Kreis aktiv in das Geschehen eingebunden. Es war eine Zeitspanne intensiver Meinungsbildung in der auch Persönlichkeiten der polnischen Öffentlichkeit mitredeten. Damals (im Jahre 2000) reifte auch der Entschluß des Gleiwitzer Kreises über eine Mitbeteiligung bei der Finanzierung eines Denkmales für die dort begrabenen Opfer.
Dann nahm zwar die Geschichte einen nicht vorhergesehenen Lauf: denn die Toten aus den Massengräbern außerhalb des geplanten Lapidariums wurden von der deutschen Kriegsgräberfürsorge nach Laurahütte/Siemianowice umgebettet und auf diesem Friedhof gab es nominell keine Toten mehr.
Deswegen beschritt der Gleiwitzer Kreis, zusammen mit der Stadtverwaltung einen anderen Weg, nämlich den der Errichtung eines Mahnmales zur Erinnerung an alle Gleiwitzer Opfer jener Tage.
Die Realisierung des Vorhabens gestaltete sich dann jedoch schwieriger und zeitaufwendiger als jemals gedacht. Obwohl an der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Stellen der Stadtverwaltung nichts auszusetzen war. Der Gleiwitzer Kreis war immer pünktlich informiert, sprach bei Bedarf mit den verantwortlichen Menschen, auch dem Präsidenten der Stadt.
Die Zeitverzögerungen resultierten aus finanziellen Engpässen der Stadt, später waren es Projektverzögerungen, dann kamen unterschiedliche Ansichten über den Inhalt der zweisprachigen Inschrift zum Tragen und im letzten Jahr, als schon alle Hürden gemeistert schienen, stellte sich die Warschauer Behörde, der Rat zum Gedenkenschutz des Kampfes und Martyriums stur. Erst waren es Forderungen nach Beweisen (!), dann ging es um die aufzubringenden Inschriften. Die Sache zog sich über Monate und weder Bemühungen des Gleiwitzer Kreises bei dieser Behörde noch Nachfragen der Stadt fruchteten. Erst die Einbeziehung der Staatskanzlei NRW brachte die Sache in Warschau in nicht einmal einer Woche zum positiven Ende. Aber dann kam doch noch eine Bremse, nämlich aus dem Stadtrat. Die Mitglieder, welche für die Realisierung des Vorhabens sprachen, verlangten nach einer hitzigen Diskussion, daß die Inschrift nochmals geändert wird und in ihr die Täter, Angehörige der sowjetischen Armee genannt werden. Glücklicherweise konnte auch diese Klippe umschifft und das Mahnmal zum geplanten Termin fertigstellt werden.

Aber dann war es doch soweit. Am 3. Dezember, einem leicht frostigen Tag mit Schneeüberresten, fand die lang erhoffte Zeremonie im Lapidarium des alten Friedhofes auf der Coseler Straße statt. Der Gleiwitzer Kreis war mit einem schönen Gesteck in den Farben schwarz-rot-gelb aus frischen Blumen und zwei entsprechend beschrifteten Schleifen da. Die Enthüllung der mit rot-weißer und schwarz-rot-goldener Schleifen bedeckten Tafel erfolgte gemeinsam durch den Präsidenten der Stadt und Vertreter des Gleiwitzer Kreises. Danach kamen die Ansprachen: des Vizepräsidenten, des Gleiwitzer Kreises und des Pfarrers der hier beheimateten St.Mariä Himmelfahrt-Gemeinde, welcher auch die Segnung des Mahnmales vornahm.
Für mich, wohl auch für viele andere, waren es bewegende Momente: sich gedanklich nocheinmal in die Januar- und späteren Tage des Jahres 1945 zurückzuversetzen, an die Tage der Angst und Ohnmacht zu denken.
In dieser Atmosphäre kam es zu den Gesteck- und Blumenniederlegungen vom Gleiwitzer Kreis, der Stadtverwaltung, des Deutschen Freundeskreises und von Privatpersonen.


Das Mahnmal hat in der Reihe der Denkmalreste bedeutender Gleiwitzer Familien, auf dem Gelände der wiederhergestellten Schrotholzkirche aus dem XV. Jahrhundert, einen würdigen Platz gefunden.
KM (2005)


Hier noch einige Illustrationen:

Projekt
Das war das Projekt


So wurde es realisiert


Das war es drei Wochen später       (Andrzej Bard)


Die Inschrift


Das Innere der Schrotholzkirche

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