Am
20. Juli 1926 wurde Magda Roggel in Gleiwitz als älteste Tochter
des Lehrers Edmund Pietryga und seiner Ehefrau Marta geb. Poganiuch
geboren und wuchs mit ihren Geschwistern Johannes und Ruth in einem
engagiert katholischen Umfeld auf, welches dem Nationalsozialismus
kritisch gegenüberstand.
Recht
früh förderten die Eltern ihre musikalischen und
sportlichen Fähigkeiten, so daß sie später als
Mitglied im „Gleiwitzer Eislauf- und Rollsportverein“ an
mehreren Lehrgängen, Meisterschaften und allgemeinen
Sportveranstaltungen an verschiedenen Austragungsorten in Ober- und
Niederschlesien teilnehmen durfte. Auf diese Weise lernte sie die
weitere Umgebung ihrer Heimatstadt kennen.
Ihr
organisatorisches Talent hatte sich wohl schon während der
Schulzeit auf dem Eichendorff Lyzeum als Klassensprecherin gezeigt
und – 45 Jahre später – beim Durchführen von
Klassentreffen mit ehemaligen Mitschülerinnen nochmals
bestätigt.
Gerade
dieser Schuljahrgang hat die Folgen des Krieges hart zu spüren
bekommen, da statt des vorgesehenen Abiturs im April 1945 mitten im
Schuljahr eine überraschende Einberufung zum Reichsarbeitsdienst
(RAD) am 14. November 1944 erfolgte, mit dem mündlichen
Versprechen einer Aushändigung der Reifezeugnisse „zur
gegebenen Zeit“. Erst im März 1947 bestand für Magda
Roggel die Möglichkeit, das Abitur in Ahlen/Westfalen zu
erlangen.
Vor
dem Einmarsch der Roten Armee ist das RAD-Lager aus dem Warthegau
nach Hessen verlegt worden, wo die Mädchen im
Heeresmunitionslager der Wehrmacht unterstellt
wurden. Zu Ostern 1945 werden die Mädchen „nach Hause“
entlassen. Aufregende Erlebnisse kennzeichnen den Zeitabschnitt bis
zum glücklichen Wiederfinden der Familie am 26. Juli 1945 im
Glatzer Bergland. Dort, in Neißbach bei Mittelwalde, wird die
Familie die nächsten zwölf Monate verbringen. Am 14. August
1946 folgt die Vertreibung mit einem geschlossenen Transport nach
Neubeckum in Westfalen.
Magda
Roggel beginnt zum Wintersemester 1948 ihr Studium an der
Pädagogischen Akademie in Bonn. Mit beiden Examina fürs
Lehramt an Volks- und Hauptschulen war Magda Roggel von April 1951
bis zur Pensionierung 1986 im Schuldienst in Bonn, Siegburg und Köln
tätig.
Ihren
Ehemann, Dipl.rer.pol. Johannes Roggel
hat sie während der Bonner Zeit kennengelernt. Sohn Thomas,
Schwiegertochter und 3 Enkeltöchter leben in Mainz. Magda Roggel
ist nach dem Tod ihres Mannes in Köln geblieben, wo sie gerne
wohnt.
Am
19. März 2000 übernahm Magda Roggel die Funktion der 1.
Vorsitzenden des Gleiwitzer Kreises. Unter ihrer
Führung, auf den bisherigen Erfolgen basierend, wurde die
Präsenz des Vereins in der Stadt Gleiwitz wesentlich erweitert.
Dortige Persönlichkeiten empfinden den Gleiwitzer Kreis
als Vertretung der Gleiwitzer in der Bundesrepublik Deutschland. In
dieser Funktion wurde Magda Roggel zu den Feierlichkeiten anläßlich
des 750-jährigen Jubiläums der Stadtgründung vom
Präsidenten der Stadt Gleiwitz, Professor Frankiewicz,
eingeladen; in der Burg Tost, wo die Feierlichkeit zelebriert wurde,
hielt auch sie eine Ansprache.
Sie
wurde ebenfalls zur Teilnahme an der Podiumsdiskussion anläßlich
des 15. Todestages von Horst Bienek am 2. Dezember 2005 im Haus der
Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit eingeladen, was sie auch nutzte, um
für eine gemeinsame deutsch-polnische Erinnerung und
zukunftweisende Reflexion zu werben. Einen
Tag danach konnte sie mit Genugtuung an der Enthüllung des
Denkmals für die zivilen Gleiwitzer Opfer der Januartage 1945 am
Coseler Friedhof teilnehmen; konsequente langjährige
Bemühungen des Gleiwitzer Kreises um die
Erstellung des Denkmals wurden somit positiv abgeschlossen.
Magda
Roggel organisierte und führte persönlich sechs
Studienreisen für Gleiwitzinteressierte nach Gleiwitz und
Umgebung durch – Reisen mit sehr anspruchsvollen Inhalten und
großem Erfolg.
Alljährlich
wird dabei ein Deutscher Freundschaftskreis aus der Gleiwitzer
Umgebung besucht.
Ihr
Engagement für Gleiwitz läßt sich auch aus dem
aktiven Mitwirken bei allen Heimattreffen - sei es Bottrop, Essen
oder Rheinberg – erkennen.
Unter
ihrer Führung ist der Gleiwitzer Kreis
organisatorisch gestärkt worden und zugleich entsprechend
vorbereitet, um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen.
Ihrer
geschätzten Vorsitzenden gratulieren zum Geburtstag und wünschen
von Herzen das Allerbeste für die kommende Zeit: gute
Gesundheit, Glück, Freude, Erfolg und jede Menge Energie für
noch viele Gleiwitzreisen
alle
Freunde und Mitglieder des Gleiwitzer Kreises