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Etwas zur Genese des Vereins
Wie kam es überhaupt zu einem Verein?
Nun, die Grundvoraussetzung wurde 1989 geschaffen: Man konnte wieder ohne größere Schwierigkeiten die alte Heimat besuchen und traf dort plötzlich Menschen, polnische Menschen, welche Kontakte mit den während der Volksrepublik eher verteufelten Deutschen nicht scheuten.
Der zweite und noch wichtigere Grund war die Heimatverbundenheit vieler in Deutschland lebender Gleiwitzer. Die verflossenen Jahre trugen dazu bei, daß vieles Traurige, Schreckliche und Unangenehme der direkten Nachkriegszeit verblaßte und positiven Gefühlen Platz machte. Viele konnten sich mit den Gegebenheiten der Geschichte, 50 Jahre danach, aussöhnen und auf die jetzigen Bewohner unserer Stadt mit ausgestreckter Hand zugehen.
Unter diesen Umständen kam es 1993 im Zusammenhang mit dem Bottroper Heimattreffen durch die Initiative von Wolfgang Bukowski, heute schon verstorbenem Oberstudiendirektor und Herausgeber des Gleiwitzer Rundblicks aus Braunschweig, zu einer Zusammenkunft ehemaliger Schüler der Oberrealschule in Gleiwitz. Daraus resultierte ein Jahr später der Gedanke, an der Jubiläumsfeier zum 50. Jahrestag des polnischen Gymnasiums und dem 125-jährigen Bestehen der Schule mit ehemaligen Schülern aus Deutschland teilzunehmen. Diese Feier am 20. Oktober 1995 war ein großes Ereignis, nicht nur für die Ehemaligen, sondern auch für den Aufbau weiterer, offizieller Beziehungen mit der Stadt. Denn Schirmherr der ganzen Veranstaltung, wo sich Geschichte und Gegenwart trafen, war der Präsident der Stadt Gleiwitz, Dr.hab. Zygmunt Frankiewicz. In Anwesenheit vieler prominenter Gäste hielt Wolfgang Bukowski seine "brückenbauende" Rede in deutscher Sprache: ein historisches Ereignis.
Es war keine Eintagsfliege, dieser erste Schritt in Richtung weiterer Zusammenarbeit. Viele folgten, ein Teil davon spiegelt sich auch in dieser Netzpräsenz.
Doch eine effektive Arbeit im Sinne der Visionen Wolfgang Bukowskis und seiner Umgebung verlangte eine organisierte Vorgehensweise. Man beschloß also alle Initiativen zu bündeln und zu diesem Zweck den Gleiwitzer Kreis ins Leben zu berufen. Am 15. Februar 1997 war es so weit. In Bielefeld trafen sich zahlreiche Gleiwitzer um über dieses Thema zu diskutieren.
Und man wurde einig: Neben allen Formen organisierter Heimatvertriebener gibt es durchaus einen Platz für einen Verein, welcher neben gesellschaftlichen Aufgaben für seine Mitglieder auch effektiv an einer friedvollen Zukunft unser Völker mitwirken kann. Das im Sinne einer Formulierung für die Satzung des Vereins, auf die man sich einigte:
"Der Gleiwitzer Kreis steht zur Verantwortung der geschichtlichen Vergangenheit. Er fühlt sich verpflichtet, im Sinne der Verständigung zwischen Polen und Deutschen einen Beitrag zur besseren Kenntnis der Geschichte und Kultur beider Länder zu leisten und gleichzeitig einen Anstoß zum Abbau des verhängnisvollen deutsch-polnischen Antagonismus zu unternehmen, der weder eine tiefe historische Tradition noch eine Zukunft hat".
und weiterhin etwas konkreter:
- das Andenken an die deutsche Stadt Gleiwitz mit ihrem Landkreis Tost-Gleiwitz und an die Leistungen der dortigen Menschen in einer durch den Krieg veränderten europäischen Landschaft wach zu halten und Institutionen und Maßnahmen zu fördern, die das gleiche Ziel verfolgen;
- die Kontakte zwischen den jetzt in Deutschland lebenden Gleiwitzern zu vertiefen;
- die Zusammenarbeit mit unseren Heimatfreunden in Gleiwitz, dem heutigen Gliwice, insbesondere mit dem DFK, zu intensivieren.
- Die Kontakte mit den polnischen Institutionen und Bürgern im jetzigen Gliwice aufzugreifen und in einem offenen Dialog auszubauen"
Das waren die damals formulierten Eckpunkte, das war das Fundament für den Wirkungskreis des Vereins:
Gleiwitzer Kreis.
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